Denkmalschutz und Satellit? Das passt perfekt

Wuppertal
Bestandsumrüstung auf optischen Satellitenempfang

Die GWM in Wuppertal rüstet ihren kompletten Bestand mit rund 1.500 Wohnungen auf optischen Satellitenempfang um.

Der Umstieg von Kabel- auf Satellitenversorgung bei denkmalgeschützten Gebäuden klingt nach einer Herausforderung. Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Wuppertal-Mitte (GWM) hat bei ihren knapp 300 denkmalgeschützten Wohnungen jedoch die Erfahrung gemacht, „dass alles halb so wild ist, wenn man gut vorbereitet ist“, wie Lars Geldmacher, geschäftsführender Vorstand bei der GWM, berichtet: „Die Denkmalschutzbehörde hat auf unsere Lösung mit optischem Satellitenempfang sogar sehr positiv reagiert.“

Bei einer Vor-Ort-Begehung der Frankenstraße mit ihren vielen denkmalgeschützten Gebäuden aus den 20er-Jahren ließ sich die Denkmalschutzbehörde die geplante Umrüstung auf Satellitenempfang genau erklären. „Die Auflage lautete, dass die Satellitenspiegel nicht von der Straße aus einzusehen sind“, erläutert Geldmacher. Das Konzept „Optischer Satellitenempfang“ überzeugte die Behörde: alle angrenzenden Gebäude können mit wenigen Satellitenspiegeln und unterirdisch verlegtem Glasfaserkabel versorgt werden. „Große Eingriffe in die Bausubstanz und die denkmalgeschützten Fassaden waren nicht notwendig“, begründet Geldmacher die Entscheidung.  

Technischer Hintergrund
So funktioniert’s:

Wuppertal
Wolfgang Jäger von der BIG Medienversorgung (links im Bild) und GWM-Vorstand Lars Geldmacher sind zufrieden mit dem Ergebnis.

Beim optischen Satelliten-Direktempfang werden alle empfangenen Frequenzen von ASTRA und gegebenenfalls bis zu drei weitere Satellitenpositionen ohne Vorselektion digital, inklusive aller empfangbaren HD Programme, über ein dünnes Glasfaserkabel in den Gebäuden verteilt. Kopfstellentechnik und Verteilerschränke voller Verstärker gehören der Vergangenheit an. Mithilfe eines optischen Konverters können in der Regel die vorhandenen Koaxialleitungen in den Wohnungen für die letzten Meter der Signalzuführung verwendet werden. In den umgerüsteten Haushalten genügt der Anschluss eines beliebigen digitalen Satellitenreceivers oder Flachbildschirms mit eingebautem SAT-Empfänger. Das Besondere am optischen Satelliten-Direktempfang ist, dass die Übertragung auch über weite Strecken und mehrere Tausend Teilnehmeranschlüsse nahezu ohne Qualitätsverlust möglich ist und im Rahmen der Sanierung Ausbaureserven für zukünftige Bandbreitenanforderungen mit eingeplant werden können.

Die Unzufriedenheit der Mieter mit der Kabelversorgung und die hohen Kosten waren laut Geldmacher die Beweggründe, um nach Alternativen zu suchen. Im Vergleich zu früher sparen die Mieter heute zwischen 15 und 35 Prozent. Nach Ablauf des zurzeit noch bestehenden Kabelvertrags der GWM wird die Ersparnis für die Mieter zwischen 35 und 50 Prozent betragen. Sie bezahlen dann monatlich knapp 9 Euro für ihren TV-Empfang, der sich darüber hinaus auch noch verbessert hat. „Das Wichtigste ist, dass nun alle frei empfangbaren HD Programme und viele Heimatsender verfügbar sind. Gerade die jüngeren Mieter hatten häufig nach besseren technischen Empfangsmöglichkeiten gefragt“, berichtet Geldmacher. Gemeinsam mit dem ausführenden Unternehmen, der BIG Medienversorgung aus Düsseldorf, hat die GWM für die ältere Mieterschaft ein Frage- und Antwortblatt erstellt, womit laut Geldmacher, „auch die letzten Bedenken ausgeräumt werden konnten.“ Der kostenlose Vor-Ort-Installationsservice sorgte zusätzlich für Mieterbegeisterung. Die denkmalgeschützten Gebäude sind nur ein Teil des Wohnungsbestands der GWM, die insgesamt rund 1.500 Wohnungen verwaltet. Mittlerweile wurden bereits 100 Prozent des Komplettbestands umgerüstet. Die GWM befindet sich mit ihrer Entscheidung für optischen Satellitenempfang in guter Gesellschaft: Von den bundesweit rund 38 Millionen TV-Haushalten empfangen fast 50 Prozent ihr Fernsehsignal direkt über Satellit. Der Satellitenbetreiber ASTRA verbreitet mehr als 300 TV-Sender für Deutschland. Auch beim Empfang von Ultra HD, dem hochauflösenden Fernsehen der Zukunft, hat ASTRA die Nase vorn. Anders als bei DVB-T2 ist die Satelliteninfrastruktur für die viermal höhere Bildauflösung als HD schon heute bereit.

Praxisbeispiel Bestand: Wuppertal
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