Die Erde im Blick

Satelliten als Umweltwächter
EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus

Satelliten leisten der Menschheit in vielerlei Hinsicht wertvolle Dienste. Dazu zählt auch das permanente Beobachten des aktuellen Zustandes der Umwelt und der Auswirkungen des Klimawandels. Für Aufgaben wie diese gibt es das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus.

Zustand unseres Planeten mess- und sichtbar machen

Das Copernicus-Programm der EU wurde geschaffen, um die Erde mit ihren zahlreichen Ökosystemen zu überwachen. Gleichzeitig soll damit sichergestellt werden, dass EU-Bürger auf Krisen und natürliche oder vom Menschen verursachte Katastrophen vorbereitet sind und vor ihren Auswirkungen besser geschützt werden. Mit den gesammelten Daten stellt Copernicus Bürgern, Behörden und Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und Unternehmern eine ganze Welt des Wissens über unseren Planeten zur Verfügung.  

Sentinel-Satellitenfamilie als Kern von Copernicus

Die sogenannten „Sentinels“, der englische Begriff für „Wächter“, bilden die Kernkomponente des Copernicus-Programms, verteilt auf sechs unterschiedliche Missionen. Während Sentinel-1, -2, -3, -5P und ab Ende 2020 auch Sentinel-6 die Erde im Low Earth Orbit als eigenständige Satelliten umkreisen, sind Sentinel-4 und 
Sentinel-5 Messinstrumente, die auf geostationären Wettersatelliten mitfliegen. 

  • Die Sentinel-1 Satelliten liefern unabhängig von Helligkeit und Wolkenbedeckung lückenlos Daten über die Land- und Wasseroberflächen der Erde. Neben zeitnahen Aufnahmen von Überschwemmungen an Land oder einer Ölverschmutzung auf dem Meer ist so auch die Langzeitdokumentation kleinster Bodenbewegungen oder der Vegetationsdichte möglich. 
  • Die Sentinel-2 Satelliten sind für die Beobachtung der Landoberflächen optimiert. Die hohe Auflösung von bis zu 10 m und die Abtastbreite von 290 km sind ideal, um Veränderungen der Vegetation zu erkennen und etwa Erntevorhersagen zu erstellen, Karten von Waldbeständen anzulegen oder das Wachstum von Wild- und Nutzpflanzen zu bestimmen. 
  • Mithilfe der Sentinel-3 Satelliten lassen sich hochpräzise die Temperatur, Farbe und der Pegel der Meeresoberfläche bestimmen. Daraus lassen sich Erkenntnisse über Unterwasserströmungen, Wellenhöhen oder Nährstoffverteilung in den Weltmeeren ableiten. Außerdem dienen die Messdaten zur Bestimmung des Energiehaushaltes unseres Planeten, der Wasserqualität und der Umweltverschmutzung an den Küsten.
  • Bei Sentinel-4 handelt es sich um Instrumente an Bord geostationärer Wettersatelliten. Sie werden voraussichtlich ab 2022 präzise Daten über die Konzentration von Ozonbelastung sowie Feinstaubgehalt in der Luft sammeln. 
  • Sentinel-5 ist eine Mission zur Messung von Atmosphärengasen wie Methan, Ozon Stickstoff sowie Aerosolen, die bei Wetter, Klimawandel und Luftreinheit eine wichtige Rolle spielen. Die Daten sind für die Wissenschaft, für die Wettervorhersage und zur Bestimmung der Luftqualität von Bedeutung. Der erste Start ist 2022 auf der neuen Generation des polaren EUMETSAT Systems, MetOp-SG geplant.
  • Sentinel-5P (das P steht für Precursor) ist ein eigenständiger Satellit, der seit 2017 die Aufgaben erfüllt, die Sentinel-5 auf MetOp-SG ab 2022 übernehmen wird.
  • Sentinel-6 wird ab Ende 2020 die zentimetergenaue Bestimmung der Meeresoberflächen ermöglichen, die ein wichtiger Indikator für den Klimawandel sind. Zudem sollen auch Daten zu Windgeschwindigkeiten, Meeresströmungen und Wellen ermittelt werden, die u.a. in der Schifffahrt von Bedeutung sind.

Ergänzt werden die vom All aus gesammelten Satellitendaten von sogenannten „In-situ“-Daten. Diese werden mit terrestrischen Messsystemen in situ – also unmittelbar vor Ort – ermittelt. Die Sensoren dieser Messsysteme werden beispielsweise an Flussufern platziert, an einem Wetterballon gehängt, von Schiffen durch den Ozean geschleppt oder treiben auf dem Meer.

So ermöglicht es Copernicus uns, die Erde als ganzheitliches System besser zu verstehen und liefert gigantische Datenmengen, die frei verfügbar sind und länderübergreifend zur Entwicklung neuer Anwendungen und Dienste beitragen können. Neben dem Umweltschutz profitieren dadurch indirekt auch die Landwirtschaft, der Zivilschutz und die humanitäre Hilfe, die Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien sowie viele weitere Bereiche bis hin zur Archäologie. Und all dies haben wir letztlich dem Einsatz der Satelliten zu verdanken. 

Auch SES hilft bei humanitären Katastrophen indem sie im Kriesenfall schnell und unkompliziert ein Kommunikationsnetzwerk für Behörden in Kriesengebieten zur Verfügung stellt.

Mehr dazu finden Sie hier

News

Mehr aktuelle Themen