5G benötigt Glasfaser

Der zukünftige Mobilfunkstandard

Der zukünftige Mobilfunkstandard „5G“ mit Übertragungsraten bis in den Gigabit-Bereich hinein wird aktuell vorbereitet. Roll-Out ist nach Angaben der Bundesregierung für die Zeit ab 2020 geplant. 5G ist u.a. Voraussetzung dafür, autonomes Fahren flächendeckend umzusetzen. Aber auch für die Realisierung des Smart-City-Konzepts mit seinen Milliarden Sensoren quer über eine ganze Stadt verteilt, ist Hochleistungsmobilfunk mit unterschiedlichen Frequenzbändern unerlässlich. Was bedeutet das für die kabelgebundene Infrastruktur, bei der alle Weichen auf einen flächendeckenden Glasfaserausbau gestellt sind?

Wird Glasfaser unwichtig?

Nein. „Um die Anforderungen an Durchschnitts- und Spitzendatenraten bis in den Gigabit-Bereich für eine Vielzahl von Teilnehmern und Endgeräten sowie an geringe Latenzzeiten gewährleisten zu können, müssen die Basisstationen und Konzentrationspunkte vollständig mit Glasfaser erschlossen werden. Dies gilt sowohl für die Macrozellen (Zellradius bis zu 50 km) im ländlichen und suburbanen Raum als auch für die Metro-/Microzellen (Zellradius bis 2 km) in den Innenstädten“, heißt es in der Regierungs-Publikation „5G-Stragegie für Deutschland“. Da insbesondere sehr hohe Trägerfrequenzen über 24 Gigahertz nur über eine sehr geringe Reichweite und Objektdurchdringung verfügen, muss ein sehr dichtes Netz von Sende- und Empfängermasten installiert werden mit Zellradien von 20 bis wenigen 100 Metern.

Was bedeutet das für die Wohnungswirtschaft?

Lichtmasten, Ampeln und Masten mit Verkehrsschildern werden zu zentralen Trägern der 5G-Sende-Infrastruktur. Diese müssen vollständig an ein überörtliches Glasfasernetz der Netzebene 3 angeschlossen werden, um die hohen Übertragungsbandbreiten überhaupt transportieren zu können. Da die Mieter auch mit 5G innerhalb ihrer Wohnungen mobil telefonieren wollen, muss eine entsprechende Sende-Infrastruktur auch auf dem Grund und Boden der Wohnungsunternehmen innerhalb ihrer Siedlungen verlegt werden, sobald diese eine bestimmte Größe erreichen, bzw. sobald der Abstand zu den nächsten auf öffentlichem Grund stehenden 5G-Funkzellen zu groß wird. Das geht auch dort nur mit Glasfaser.

Außerdem wird die Infrastruktur der bisherigen 3G und 4G-Übertragungsstandards noch parallel viele Jahre aufrechterhalten werden müssen, weil nicht jeder sofort die anfangs teuren 5G-Angebote nutzen und auf eine neue SmartPhone-Generation umsteigen wird.

SmartGrid und SmartMetering ohne Kabel?

Die Steuerung von Heizungen, Lüftungen, Jalousien, Klimaanlagen und der Eigenstromerzeugung etc. ist eine der explizit genannten Anwendungsfelder für die neue 5G-Mobilfunkrechnologie. Experten sind sich überwiegend einig, dass der IP-angebundenen Sensorik die Zukunft gehört. Das bedeutet, dass jeder Sensor, jeder Motor und jeder Schalter eine eigene Internet-Adresse besitzt. Der Mobility Report des Mobilfunkausrüsters Ericsson vom Juni 2017 bemerkt dazu, dass 50 % aller Internet-of-Things-Anwendungen 2020 nicht drahtlos angebunden sein werden. Die Gründe liegen auf der Hand:

  • 5G wird sukzessive ausgerollt, beginnend in den großen Metropolen. Schon die kleineren Großstädte und die Mittelstädte werden sich in der Fläche noch Jahre gedulden müssen.
  • Kabelgebundene Sensorik und Netze lassen sich – sorgfältig konfiguriert – viel besser gegen erpresserische oder terroristische Hackerangriffe von außen abschirmen, als es Mobilfunknetze jemals können.
  • Funk-Signale, die über einen W-LAN-Sammler gebündelt werden, müssen über Glasfasern abgeleitet werden.
  • Bereits bestehende Sternverkabelungen auf Glasfaserbasis innerhalb der Wohngebäude (NE4) stellen eine kostengünstige Infrastruktur dar und ersparen z. B. spätere Wartungskosten durch den regelmäßigen Austausch der Batterien für die Funksender in den Sensoren.

Fazit

Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, dass der Bandbreitenbedarf mit dem Angebot wächst. Wenn in zehn Jahren ein ganzer Wohnblock ausschließlich mit 5G mobil Ultra-HD-Fernsehen streamen möchte, wird es auch dann Übertragungsprobleme geben, weil die Kapazitätsgrenzen von 5G schnell erreicht sein werden. Lineares SAT-TV auf optischer Basis bleibt auch dann fürs Fernsehen die erste Wahl. Mieter werden dankbar sein, zumindest dafür keine Grundgebühr zahlen zu müssen. Die neuen Angebote der 5G-Welt sind schon teuer genug.
Also: Glasfaser-Netze der NE 4 in Verbindung mit optischem SAT-TV sind eine Investition in die Zukunft!

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